SSP Beratung Dr. Eckert

Dr. Rainer Eckert


Suchtprävention

    

Jeder Mensch hat die Fähigkeit‚ unter bestimmten Bedingungen süchtig zu werden. Jede Substanz‚ jede Verhaltensweise‚ die Menschen Wohlbefinden oder die Linderung von körperlichen und psychischen Beschwerden verschafft‚ kann zu Abhängigkeit und Sucht führen. Allgemeine Anzeichen‚ welche die Entstehung von Sucht bei einem Menschen verlässlich ankündigen könnten‚ gibt es nach heutigem Kenntnisstand nicht. Allerdings gibt es bestimmte Muster‚ die für süchtiges Verhalten typisch sind.

    

Sucht gilt heute als in der Regel schwere psychische Störung. Sie ist von Fachleuten zu diagnostizieren‚ die sich dabei auf anerkannte Kriterien psychischer Störungen stützen können und heute gängige Methoden der Diagnose einsetzen. Ursachen und Verlaufsformen von Sucht‚ Therapie (Behandlung) von Sucht und der Umgang mit Süchtigen werden von medizinischen‚ neurologischen und psychologischen Fachleuten meist relativ einheitlich verstanden und gehandhabt. Gesundheits– und suchtpolitisch und in der praktischen Arbeit (zum Beispiel von Suchtberatungsstellen und Verbänden) sind zahlreiche Aspekte jedoch nicht selten heftig umstritten.

    

Als Suchtprävention bezeichnet man sämtliche Konzepte‚ Verfahren und Methoden‚ die darauf abzielen‚ die Gefahr einer Suchterkrankung für bestimmte Gruppen zu verringern oder auszuschließen. Je nachdem‚ für welche Altersgruppe oder welche soziale Umgebung die präventiven Konzepte ausgelegt sind‚ spricht man von Suchtprävention im Kindergarten oder in der Schule‚ Suchtprävention für Heranwachsende oder für ältere Menschen‚ betriebliche Suchtprävention oder Suchtprävention im Sportverein usw.

Ein einfaches Schema gibt einen Überblick über Nützlichkeit und Möglichkeit des vorbeugenden Eingreifens (Prävention) oder des Eingreifens (Intervention) während oder nach einschlägigen Ereignissen:

 

Bevor sucht–fördernde Ereignisse eingetreten sind

Während sucht–geneigte Ereignisse ablaufen

Nachdem sucht–belastete Vorgänge bereits abgelaufen sind

Maßnahmen‚ die das Verhalten einzelner Personen oder von Personengruppen in präventivem Sinne beeinflussen sollen

Personale Prävention (Vorbeugung) im Sinne des Begriffs. Nützlich! Akute Intervention (oft als Notfall–Maßnahme) nützlich!  Nachsorgende Intervention immer sinnvoll‚ jedoch nur selten angewandt.

Maßnahmen‚ die bestimmte Bedingungen oder Strukturen in präventivem Sinne schaffen oder sichern sollen

Strukturelle Prävention (Vorbeugung) im Sinne des Begriffs. Äußerst nützlich! Veränderung von Bedingungen während laufender Ereignisse. Fast unmöglich!  Nachsorgende Veränderung von Strukturen äußerst sinnvoll‚ jedoch nur selten angewandt.

Links
Suchtentstehung und Suchtdynamik (Vortrag R. Eckert) (pdf)
Suchtprävention  –  Was ist das eigentlich? (Eine brauchbare Übersicht der GEW Bremen)
Starke Eltern (Eltern–Seite der AOK Hessen)  –  Sämtliche Krankenkassen haben meist gute Präventionsseiten
Prevnet  –  Fachportal für Suchtprävention
Jugendschutzgesetz
Betäubungsmittelgesetz

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