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In den meisten Schulen unseres Landes werden heutzutage sucht- und gewaltpräventive
Projekte durchgeführt. Das spricht für einen enormen Problemdruck, denn noch vor wenigen Jahren haben
Schulleitungen oftmals jegliche Beschäftigung mit Prävention für 'überflüssig' erklärt, 'weil es derartige
Probleme an unserer Schule nicht gibt'.
Es spricht auch für einen erheblichen Einsatz von Lehrerinnen und
Lehrern, denn präventive Projekte verlangen einen großen Aufwand an Zeit, Ideen und pädagogischen Anstrengungen.
Die Entwicklung an Schulen ist also, verglichen mit den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts,
durchaus erfreulich, zumindest mit Blick auf Anzahl und Umfang von durchgeführten Projekten.
Alle angesehenen Präventionsprojekte verfolgen das Ziel, die
Lebenskompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Sie werden deshalb allgemein als Lebenskompetenz-Programme
(LKP) bezeichnet (englisch: Life Skills - Programme). Unter Lebenskompetenzen sind nach einer gängigen Definition
der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgende Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten zu verstehen:
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Sich selbst kennen und mögen
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Sich in Andere versetzen, Andere verstehen können
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Kritisch und kreativ denken
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Kommunizieren und Beziehungen führen können
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Durchdachte Entscheidungen treffen
>>
Probleme erfolgreich lösen können
>>
Gefühle und Stress bewältigen können
Ein Blick auf diese beeindruckende Liste zeigt: ganz sicher verfügen die meisten Erwachsenen nicht oder jedenfalls
nicht uneingeschränkt über all die Lebenskompetenzen, die Kindern im Zuge von Präventionsprogrammen vermittelt
werden sollen. Die noch so regelmäßige Durchführung von noch so klug angelegten Präventionsprojekten alleine kann
also nicht das letzte Wort moderner Sucht- und Gewaltprävention sein.
Eine Schule ist ein lebendiger Organismus, der zuerst und ganz wesentlich von einer Schulleitung und den Lehrerinnen
und Lehrern geprägt wird. Sie bilden das dauerhafte Element, welches viele Schüler- und Elterngenerationen übergreift.
Sie sind das stabile Gerüst, sie bestimmen in einem weiten Sinn das Klima: menschlich, sozial, fachlich-pädagogisch
und organisatorisch. Präventive Möglichkeiten von Schulen hängen hiervon ganz zentral ab - positiv wie negativ.
Wie wäre also Folgendes? Leitung und Kollegium einer Schule entwickeln ihr 'inneres Klima'. Sie reflektieren, wo die
Schule selbst sucht- und gewaltfördernde Momente erzeugt. Sie fördern Motivation, Handlungskomptenzen, Team-Fähigkeit
möglichst vieler Mitglieder der Schulgemeinde. Sie schaffen stabile Strukturen humaner Kommunikation. Sie bieten allen
ihren Schülerinnen und Schülern, allen Eltern eine wirkungsvolle Förderung und in Krisensituationen eine effektive,
wertschätzende Hilfe.
Aus diesen - bei weitem nicht vollständigen - Anregungen lassen sich viele sinnvolle Projekte für die Erwachsenen
an Schulen entwickeln, die absehbar eine stabile Basis für wirkungsvolle sucht- und gewaltpräventive Projekte für
Kinder und Jugendliche an den Schulen schaffen könnten.
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